MÜLL und ABFALL
 

Abfallentstehung und Materialeffizienz: Die Materialverlustkostenrechnung als Controllinginstrument zur wirtschaftlichen Steuerung von Stoffflüssen in Industriebetrieben

Effiziente Materialverwendung und Abfallentstehung sind zwei Seiten einer Medaille. Wer Abfälle vermeiden will, muss die Materialeffizienz erhöhen. Dies kann kein Selbstzweck sein, sondern ist vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Ziele der Unternehmen zu sehen. Die Planung und Steuerung betrieblicher Wertschöpfungsprozesse verlangt Controllinginstrumente, die entsprechende Entscheidungsunterstützung bieten können. Dies setzt voraus, dass ein solches Controllinginstrument den stoffwirtschaftlichen Zusammenhang zwischen Materialinput, Kuppelproduktionsprozess, Hauptprodukt und Abfallentstehung sowie Entsorgungsprozessen reflektiert und in einen betriebswirtschaftlichen Entscheidungsbezug setzt. Dies ist Inhalt des hier vorgestellten Konzepts für ein entsprechendes Controllinginstrument, das über die zentrale Kategorie der Materialverlustkosten einen konsequenten Bezug zwischen stoffwirtschaftlichen Aktivitäten und Wertschöpfung des Unternehmens herstellt. Das Controllingsystem ist methodisch ein er Kostenstellenrechnung nachgebildet. Dadurch wird erreicht, dass ein konkreter Bezug zwischen Stoffumsatzaktivität und den wirtschaftlichen Wirkungen über die Gesamtheit einer betrachteten Wertschöpfungskette, oder bezogen auf ein Produkt hergestellt werden kann. Auf diese Art und Weise kann Führungsunterstützung vor allen in drei Fällen geleistet werden: Herstellung von Transparenz, Identifikation von Optimierungspotentialen und Bewertung von Lösungsalternativen.

DOI: https://doi.org/10.37307/j.1863-9763.2006.12.02
Lizenz: ESV-Lizenz
ISSN: 1863-9763
Ausgabe / Jahr: 12 / 2006
Veröffentlicht: 2006-12-18

Seiten 631 - 637