MÜLL und ABFALL
 

Die Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung in die baubetriebliche Praxis mit Hilfe von Abfallkennzahlen für Neubauleistungen im Hochbau

Bemühungen zur Schließung von Stoffkreisläufen im Bausektor zielten in den letzten Jahren überwiegend auf Reststoffe aus dem Tiefbau ab, für die es bereits gut eingeführte Verwertungswege gibt. Für Baureststoffe aus dem Hochbau existieren bislang kaum schlüssige Lösungskonzepte. Im Bauwesen für den Hochbau wird nach wie vor die Strategie der Nachsorge angewandt. Gestützt von der Entsorgungswirtschaft wird im Bauprozess in erster Linie auf die Verwertung und insbesondere auf die Beseitigung von Abfallstoffen gesetzt. Was der Bauwirtschaft, aber auch der Entsorgungswirtschaft in nachgeschalteter Beteiligung fehlt, sind Kennzahlen die eine Optimierung des Bauprozesses unter abfallwirtschaftlichen Gesichtspunkten ermöglichen. Kennzahlen sind ein wichtiges Instrument zur Steuerung industrieller Prozesse. Kennzahlen allgemein haben die Eigenschaft die abgebildete Realität verdichtet darzustellen. Sie abstrahieren Details und insofern ist die Kennzahlenentwicklung immer auch ein Vorgang der Komplexitätsreduktion. Eine wesentliche Forderung an Kennzahlen ist die, dass Kennzahlen ungeachtet aller Verdichtungs- und Abstraktionsleistungen die wesentlichen Zusammenhänge hinreichend richtig wiedergeben. Nur dann geben sie richtige und nützliche Auskünfte über Kausalitäten und Korrelationen.

DOI: https://doi.org/10.37307/j.1863-9763.2005.10.01
Lizenz: ESV-Lizenz
ISSN: 1863-9763
Ausgabe / Jahr: 10 / 2005
Veröffentlicht: 2005-10-01

Seiten 496 - 501