Verhalten von PFAS in der Siedlungsabfallverbrennung
Ergebnisse einer großtechnischen Messkampagne
Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) in Siedlungsäbfallen stellen eine Herausforderung für deren sichere Entsorgung dar. Um das Verhalten von PFAS bei der Verbrennung von Siedlungsabfällen zu untersuchen, wurde im Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS) eine umfassende Messkampagne durchgeführt. Hierfür wurde die PFAS-Konzentration im Abfall durch eine manuelle Zugabe von PFAS-haltigen Materialien gezielt gesteigert. Ein Schwerpunkt der Kampagne war die Etablierung geeigneter Messmethoden und Analysetechniken für das Abgas und die chemisch herausfordernden Reststoffe von thermischen Abfallbehandlungsanlagen. Während der Dosierung von PFAS zum Abfall lag die PFAS-Konzentration im Reingas bei etwa 1–3 ng/m3 und damit auf oder unter dem Niveau der Blindwerte. Diese stellen unabhängig von der verwendeten Messmethode die größte Herausforderung bei der Bewertung der Messergebnisse dar. Im Vergleich zu den Messungen ohne Zudosierung wurde kein signifikanter Anstieg der PFAS-Konzentration festgestellt. CF4-Emissionen wurden nur während der PFAS-Zugabe beobachtet, während andere Produkte der unvollständigen Verbrennung nicht nachweisbar waren. Für die Rückstände der Anlage konnten lediglich für zwei bis drei PFAS Werte leicht über der Bestimmungsgrenze festgestellt werden. Die Ergebnisse der Kampagne deuten damit auf eine hohe Zersetzung von PFAS bei der Verbrennung von Siedlungsabfällen hin.
Per- and polyfluoroalkyl substances (PFAS) in municipal solid waste (MSW) pose a challenge for safe disposal and circular economy objectives. To investigate the behaviour of PFAS in MSW incineration, a comprehensive measurement campaign was conducted at the Schweinfurt plant (Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt, GKS). For this purpose, the PFAS concentration in the waste was intentionally increased by manually adding PFAS containing materials. A major focus of the campaign was the development of appropriate measurement methods and analytical techniques for the exhaust gases and chemically complex residues from thermal waste treatment facilities. During the PFAS spiking scenario the PFAS concentration in the flue gas was around 1–3 ng/m3 and thus at or below the blank values. These pose the major challenge in evaluating the measurement results. In comparison to the reference scenario (normal waste, no addition of PFAS material) no significant increase in the values was determined. CF4 emissions were observed only during PFAS addition, while other products of incomplete combustion were undetectable. Concentrations of PFAS in the residues were also very low and only slightly above the detection limit. The results of the campaign indicate a high decomposition rate of PFAS in municipal waste incineration.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1863-9763.2026.05.06 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1863-9763 |
| Ausgabe / Jahr: | 5 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-05-08 |