Im Rahmen eines über 3 Jahrzehnte laufenden Langzeitexperimentes wurde die Abfallvermeidung auf Haushaltsebene untersucht. Ausgehend von der Diskussion zur Definition der Abfallvermeidung wurden die Abfällmengen zur Beseitigung und Verwertung über den gesamten Zeitraum stoffgruppenspezifisch dokumentiert. Es zeigte sich, dass sich die Vermeidung von Abfällen infolge der Lerneffekte beim Einkaufsverhalten und im Umgang mit Abfällen bei den Beteiligten mit zunehmender Laufzeit verbesserte. Für die Bewertung wurde neben den Abfallmengen des Heimatlandkreises die Bundesweite Hausmüllanalyse von 2020 herangezogen. Hierauf bezogen wurden Vermeidungsraten von über 88 % erreicht. Im Bereich der verwertbaren Stoffe wurde über die Laufzeit eine Abfallmengenreduktion von ca. 72 % erzielt. Im Hinblick auf die monetären Anreize zur Abfallvermeidung durch die Gestaltung von Gebührensatzungen wurden im Rahmen einer Modellbetrachtung 8 Kreise ausgewählt, die in ihren Satzungen in unterschiedlichem Umfang mengenorientierte Leistungsgebühren verankert haben. Generell zeigte sich, dass ein Haushalt, der intensiv Abfall vermeidet, bei der absoluten Gebühr in den meisten Fällen etwas entlastet wird, wenn der Kilopreis herangezogen wird, jedoch stärker belastet wird. Bezogen auf 1 kg Rest- plus Bioabfall liegen die spezifischen Kosten des abfallvermeidenden Haushaltes um den Faktor 8 (hoher Anteil Leistungsgebühr) bis 24 (geringer Anteil Leistungsgebühr) über dem eines Durchschnittshaushaltes der betrachteten Kreise.
As part of a long-term experiment spanning more than three decades, waste prevention at the household level was examined. Based on the discussion regarding the definition of waste prevention, the amounts of waste destined for disposal and recycling were documented by material group over the entire period. It was found that waste prevention improved over time as participants learned to adjust their shopping habits and waste management practices. For the evaluation, in addition to the waste quantities from the participants’ home districts, the 2020 nationwide household waste analysis was used as a benchmark. Based on this benchmark, prevention rates of over 88 % were achieved. Regarding the recyclable materials, a reduction in waste quantity of approximately 72 % was achieved over the duration of the project. With regard to monetary incentives for waste prevention through the design of fee regulations, eight districts were selected as part of a model analysis that have incorporated volume-based service fees into their regulations to varying degrees. In general, it was found that households that make a concerted effort to reduce waste tend to see a slight reduction in their total fee in most cases. However, when the price per kilogram is taken into account, the cost increases significantly. Based on 1 kg of residual plus organic waste, the specific costs for the waste-reducing household are 8 times (high proportion of performance-based fee) to 24 times (low proportion of performance-based fee) higher than those of an average household in the districts under consideration.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1863-9763.2026.08.08 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1863-9763 |
| Ausgabe / Jahr: | 8 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-08-07 |
Um Ihnen ein optimales Webseitenerlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Mit dem Klick auf „Alle akzeptieren“ stimmen Sie der Verwendung von allen Cookies zu. Für detaillierte Informationen über die Nutzung und Verwaltung von Cookies klicken Sie bitte auf „Anpassen“. Mit dem Klick auf „Cookies ablehnen“ untersagen Sie die Verwendung von zustimmungspflichtigen Cookies. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Einstellungen jederzeit individuell anzupassen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

