Die fortschreitende Urbanisierung in der Region Naher Osten und Nordafrika (MENA) führt zu einem deutlichen Anstieg des Siedlungsabfalls und legt die strukturellen Schwächen der kommunalen Abfallwirtschaft offen. Während die meisten Städte nach wie vor auf die Sammlung und Deponierung von Abfall setzen, zeigen neue Governance-Instrumente Potenziale für den Übergang zu zirkulären Systemen auf. Dieser Beitrag untersucht, wie „Green Governance“, die Transparenz, Rechenschaftspflicht, Multi-Akteurs-Kooperation und nachhaltige Planung umfasst, Transformationsprozesse in der Abfallwirtschaft prägt. Anhand des Go-MENA-Arbeitsnetzwerks werden Reformen wie das ägyptische Abfallwirtschaftsgesetz Nr. 202 (2020), die Verwendung von Ersatzbrennstoffen (RDF) in der Zementindustrie, die tunesische Écotaxe zur Finanzierung von Infrastruktur und das jordanische Gebührenmodell über Stromrechnungen analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass regulatorische Instrumente, fiskalische Anreize, digitale Überwachung und partizipative Ansätze zentrale Treiber für resiliente, ressourceneffiziente und sozial gerechte urbane Systeme sind. Die Stärkung des Governance-Urban-Nexus unterstützt die SDGs 11, 12, 13 und 16 und positioniert die Abfallwirtschaft somit als strategischen Hebel für Klimaschutz und soziale Teilhabe.
Urbanization in the Middle East and North Africa (MENA) continues to accelerate, increasing municipal solid waste (MSW) generation and exposing structural weaknesses in waste governance systems. Most cities still rely heavily on landfilling, while investment in recycling, composting, and circular economy solutions remains limited. This article examines how green governance, defined by transparency, accountability, multi-actor collaboration, and sustainability-oriented planning, shapes waste-sector transformation in the region. Using the Go-MENA Working Group as a regional lens, the paper analyzes governance innovations including Egypt’s Waste Management Law No. 202 (2020), the integration of refuse-derived fuel (RDF) in cement industries, Tunisia’s Écotaxe, and Jordan’s model of waste-fee collection through electricity bills. Findings show that regulatory reforms, fiscal instruments, digital monitoring, and participatory engagement can enable more resilient, inclusive, and resource-efficient urban systems. Strengthening this governance – urban nexus supports SDGs 11, 12, 13, and 16 and positions solid waste management (SWM) as a strategic entry point for climate action, social equity, and rethinking state–citizen relations.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1863-9763.2026.02.08 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1863-9763 |
| Ausgabe / Jahr: | 2 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-02-10 |
Um Ihnen ein optimales Webseitenerlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Mit dem Klick auf „Alle akzeptieren“ stimmen Sie der Verwendung von allen Cookies zu. Für detaillierte Informationen über die Nutzung und Verwaltung von Cookies klicken Sie bitte auf „Anpassen“. Mit dem Klick auf „Cookies ablehnen“ untersagen Sie die Verwendung von zustimmungspflichtigen Cookies. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Einstellungen jederzeit individuell anzupassen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
