Die 17. BImSchV hat die thermische Abfallbehandlung in Deutschland maßgeblich geprägt. Markus Gleis, langjähriger Mitarbeiter des Umweltbundesamtes, hat den Erlass und die Fortschreibung der Verordnung entscheidend begleitet. Sie definierte erstmals den Stand der Technik der Abluftreinigung, setzte niedrige Emissionsgrenzwerte für Dioxine und Furane fest und schuf die Grundlage für rechtssichere Genehmigungsverfahren. Schon die frühen Planfeststellungen zeigten die technischen und gesellschaftlichen Herausforderungen: Die Anlagen mussten mit modernster Technik geplant und betrieben werden, was hohe Investitionen erforderte, zugleich aber die Akzeptanz stärkte und die Umweltverträglichkeit erhöhte. Mit der Integration in das Immissionsschutzrecht und der Umsetzung europarechtlicher Vorgaben, insbesondere der BVT-Schlussfolgerungen, entstand ein Rechtsrahmen, der die Anforderungen an Betreiber und Behörden nochmals komplexer machte. Die aktuelle Umsetzung der novellierten IE-Richtlinie führt verbindliche Umweltleistungswerte ein und stellt die Genehmigungsverfahren erneut vor Herausforderungen. Heute leisten thermische Abfallbehandlungsanlagen nicht nur einen erheblichen Beitrag zur Schadstoffminimierung, sondern auch zur Treibhausgasreduktion durch Energieerzeugung und die Vermeidung von Methan aus Deponien. Künftige CO2-Abscheideanlagen erhöhen die technische und genehmigungsrechtliche Komplexität weiter, bergen jedoch zusätzliches Klimaschutzpotenzial. Die 17. BImSchV bleibt dabei ein Eckpfeiler für den umweltverträglichen, wirtschaftlichen und rechtssicheren Betrieb thermischer Abfallbehandlungsanlagen. Darin liegt der bleibende Verdienst von Markus Gleis.
The 17th Federal Immission Control Ordinance (BImSchV) has had a significant impact on thermal waste treatment in Germany. Markus Gleis, a long-serving employee of the Federal Environment Agency, played a key role in the enactment and updating of the ordinance. It defined the state of the art in exhaust air purification for the first time, set low emission limits for dioxins and furans, and laid the foundations for legally sound authorisation procedures. Even the early planning approvals highlighted the technical and societal challenges: the plants had to be designed and operated using state-of-the-art technology, which required significant investment but simultaneously strengthened public acceptance and improved environmental compatibility. With its integration into immission control legislation and the implementation of European legal requirements, in particular the BAT conclusions, a legal framework emerged that made the requirements for operators and authorities even more complex. The current implementation of the amended IPPC Directive introduces binding environmental performance standards and once again poses challenges for the permitting procedures. Today, thermal waste treatment plants not only make a significant contribution to minimising pollutants, but also to reducing greenhouse gases through energy generation and the avoidance of methane from landfills. Future CO2 capture plants will further increase technical and regulatory complexity, but also hold additional potential for climate protection. The 17th BImSchV remains a cornerstone for the environmentally sound, economically viable and legally compliant operation of thermal waste treatment plants. This is Markus Gleis’s lasting legacy.
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1863-9763 |
| Ausgabe / Jahr: | 5 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-05-08 |
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