Der Klimawandel und knapper werdende Ressourcen sind Anlass und Ansporn, eine Entwicklung hin zu einer zirkulären Wertschöpfung voranzutreiben. Zur Umsetzung der idealen zirkulären Wertschöpfung wünscht man sich eine geschlossene Kreislaufführung der verbauten Materialien, ohne eine verbleibende Fraktion von Abfällen, die nicht mehr verwendbar, verwertbar oder recycelfähig sind. In den Köpfen vieler passen daher der Abbruch/Rückbau und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft nicht recht zusammen. So werden vorschnell Abbruchverbote gefordert und die Abbruch- und Rückbaubranche als Hauptverursacher der jährlich anfallenden Abfallmengen betrachtet. Beschäftigt man sich jedoch genauer mit der Kreislaufwirtschaft, so erkennt man schnell, dass gerade der Abbruch/Rückbau die praktische Umsetzung der Kreislaufwirtschaft so positiv beeinflusst, wie kaum eine andere Branche. Hierzu sind allerdings zwei Aspekte zu beachten. Zum einen ist die Frage zu klären, wie man Kreislaufführung mit der bereits verbauten Bausubstanz schaffen kann, und zum anderen sollten die Erfahrungen mit der verbauten Bausubstanz (Gebäude und technische Bauwerke) genutzt werden, um für die Zukunft neue bzw. bessere Konzepte bereits für die Produktion von kreislaufgerechten Baustoffen und die Konstruktion bzw. den Bau von kreislauffähigen Bauwerken zu entwickeln. Wir befinden uns derzeit in einer Übergangsphase, in der Transformation von einer linearen in eine zirkuläre Kreislaufwirtschaft. Das, was technisch im Forschungsmaßstab möglich ist, ist in der Praxis allerdings oftmals noch weit von einer flächendeckenden Umsetzung entfernt. Es geht um technische Machbarkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit und darum, wie mit den anfallenden Bau- und Abbruchabfällen auch unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten umgegangen werden kann. Eine Wiederverwendung nur um des Wiederverwendens willen ergibt keinen Sinn, da in zahlreichen Fällen eine Wiederverwertung unter Einbeziehung sämtlicher Rahmenbedingungen nachhaltiger ist. Der Abbruch/Rückbau muss mit der verbauten Bausubstanz umgehen. Der moderne Rückbau produziert somit keinen neuen Abfall, er sorgt im Gegensatz sogar dafür, dass aus verbauten Materialien, nach dem Ende der Nutzungsdauer von Gebäuden und technischen Anlagen, wieder wertvolle, nutzbare Ressourcen aus dem Abfall entstehen können. Um eine möglichst optimale Ausnutzung und Wiederverwendbarkeit oder auch Verwertbarkeit verbauter Materialien hin zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft zu gewährleisten, unterliegt der moderne Rückbau zahlreichen Vorgaben und Randbedingungen, die mit einer Vielzahl an hochtechnischen Rückbauverfahren erfüllt werden können. Im Folgenden werden daher die derzeitigen Randbedingungen und der Rechtsrahmen vorgestellt, der zwingend die gesetzlichen Rahmenbedingungen definiert, unter denen Abbruch/Rückbau und Kreislaufführung überhaupt erst rechtskonform möglich sind. Zudem wird der aktuelle Stand der Rückbautechniken und -verfahren sowohl für den Rückbau im Bestand, für Teil- als auch für den Totalabbruch beschrieben. Ergänzend wird ein Ausblick auf aktuelle Entwicklungen zu bestehenden und angedachten Verwertungsmöglichkeiten sowie Recycling- und Aufbereitungstechniken gegeben. Potentiale, aber auch Hemmnisse aus Sicht des Rückbaus für eine Transformation in eine zirkuläre Wertschöpfung im Bauwesen werden aufgeführt.
Climate change and scarce resources are reasons and incentives to push ahead the development of circular value creation. To implement ideal circular value creation, a closed cycle for the materials used is desirable, without any remaining fraction of waste that can no longer be used, recycled, or reused. In the minds of many, demolition/ deconstruction and a functioning circular economy do not really go together. As a result, demolition bans are hastily called for and the demolition and deconstruction industry is seen as the main contributor to the annual volume of waste. However, if you take a closer look at the circular economy, you will quickly realize that demolition/deconstruction has a positive influence on the practical implementation of the circular economy like hardly any other industry. However, there are two aspects to consider here. On the one hand, the question of how to achieve recycling with existing building fabric needs to be clarified. On the other hand, experience with existing building fabric (buildings and technical structures) should be used to develop new or better concepts for the future, including the production of recyclable building materials and the design and construction of recyclable structures. We are currently in a transitional phase, transforming from a linear to a circular economy. However, what is technically possible on a research scale is often still a long way from being implemented on a large scale in practice. It is a question of technical feasibility, efficiency, and sustainability, as well as how construction and demolition waste can be handled from an economic and ecological perspective. Reuse for the sake of reuse alone does not make sense, as in many cases recycling is more sustainable when all conditions are taken into account. Demolition/deconstruction must take into account the building fabric. Modern deconstruction therefore does not produce new waste; on the contrary, it ensures that valuable, usable resources can be recovered from the waste after the end of the useful life of buildings and technical facilities. In order to ensure the optimal utilization, reusability, and recyclability of built-in materials for a functioning circular economy, modern deconstruction is subject to numerous specifications and constraints that can be met with a variety of highly technical deconstruction methods. The following section therefore presents the current boundary conditions and the legal framework that defines the mandatory legal conditions under which demolition/ deconstruction and recycling are legally possible in the first place. In addition, the current state of the art in dismantling techniques and processes for both partial and total demolition of existing buildings is described. This is supplemented by an overview of current developments in existing and planned recycling options as well as recycling and processing techniques. The potential and obstacles from a dismantling perspective for a transformation to circular value creation in the construction industry are listed.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1863-9763.2026.02.03 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1863-9763 |
| Ausgabe / Jahr: | 2 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-02-10 |
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