Schon zum sechsten Mal in Folge hat Deutschland die EU-Vorgabe von 65 Prozent für die Sammlung von Elektroaltgeräten verpasst. Im Jahr 2024 wurde mit weniger als 30 Prozent nicht einmal die Hälfte des angestrebten Ziels erreicht. Gleichzeitig wurden nur 2 Prozent der gesammelten Altgeräte für eine Wiederverwendung vorbereitet. In einer wissenschaftlichen Studie haben cyclos und das Öko- Institut nun untersucht, wie effektiv Umweltziele mit dem Elektrogesetz erreicht werden können. Dabei zeigte sich, dass historisch gewachsene Strukturen des Gesetzes mit geteilter Produktverantwortung und kleinteiligen Pflichten wenig effektiv sind. Die Studie regt daher eine Umstellung auf ein System der erweiterten Herstellerverantwortung an, bei dem die Inverkehrbringer direkt für Sammel- und Verwertungsziele verantwortlich gemacht werden. Der Vollzug könnte dann auf die Kontrolle dieser Vorgaben fokussiert werden. Modellrechnungen zeigen, dass bei einer Umsetzung bis 2031 jährlich 1,10–1,26 Mio. t Altgeräte zusätzlich getrennt erfasst, 540.000–810.000 t Rohstoffe mehr im Kreislauf geführt, 1,3–1,9 Mio. t CO2e Emissionen eingespart und 28.000–39.000 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Die Deutsche Umwelthilfe fordert anlässlich der Studie eine grundlegende Novellierung des Elektrogesetzes: Hersteller sollten sich an kollektiven Rücknahmesystemen beteiligen, für die Umweltziele zur Sammlung, Verwertung und Vorbereitung zur Wiederverwendung verpflichtend gelten.
For the sixth consecutive time, Germany has missed the EU target of 65 % for collecting waste electrical and electronic equipment. In 2024, with less than 30 percent collected, not even half of the intended goal was reached. At the same time, only 2 percent of the collected appliances were prepared for reuse. In a scientific study, cyclos and the Oko-Institut have now examined how effectively environmental targets can be achieved under the German Electrical and Electronic Equipment Act (ElektroG). The study found that the historically evolved structures of the law, with its shared producer responsibility and fragmented obligations, are of limited effectiveness. It therefore proposes a transition to a system of extended producer responsibility, in which producers are made directly accountable for collection and recovery targets. Enforcement could then focus on monitoring compliance with these obligations. Model calculations show that, if implemented by 2031, between 1.10 and 1.26 million tonnes of additional waste equipment could be collected seperately per year, 540,000 to 810,000 tonnes of raw materials could be kept in circulation, 1.3 to 1.9 million tonnes of CO2e emissions could be avoided, and 28,000 to 39,000 new jobs could be created. In light of the study, Environmental Action Germany (DUH) calls for a fundamental revision of the Electrical and Electronic Equipment Act: producers should be required to participate in collective producer responsibility organisations that are subject to binding environmental targets for collection, recovery, and preparation for reuse.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1863-9763.2025.12.07 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1863-9763 |
| Ausgabe / Jahr: | 12 / 2025 |
| Veröffentlicht: | 2025-12-09 |
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