Kunststoffeinträge in Böden sind weitgehend irreversibel, so dass in Anbetracht der hohen Persistenz der Kunststoffe der Gehalt in Böden ansteigen wird. Dem Vorsorgeprinzip folgend sollten Kunststoff-Emissionen daher weitgehend minimiert werden. Gleichzeitig ist der Wissensstand zur Quantität der Einträge in Böden lückenhaft. Eine neue Studie von Fraunhofer UMSICHT und Ökopol im Auftrag des NABU schätzt erstmals die Kunststoff-Emissionen durch Landwirtschaft und Gartenbau ab. Jährlich werden dort 13.256 Tonnen Kunststoffe freigesetzt, weitere 5.800 Tonnen Kunststoffe werden von außen als Plastik-Litter auf landwirtschaftliche Flächen verweht. Ein Großteil der Kunststoffeinträge erfolgt durch die Nutzung von Klärschlamm, Komposten und Gärresten. Hier ist die Landwirtschaft Leidtragende externer Verschmutzungen, etwa durch den Eintrag von Mikroplastikabrieb in die Kläranlagen oder Fehlwürfe in der Biotonne. Gleichwohl zeichnet auch die Landwirtschaft selbst für relevante Eintragsmengen verantwortlich, insbesondere durch den Einsatz von polymerhaltigen Düngemitteln, Pflanzenschutzmitteln, Bodenverbesserern und Saatgut sowie die Nutzung von Agrarfolien, Silobeschichtungen, Pflanzhilfen und -behältern. Für jede Emissionsquelle ergeben sich eigene Lösungsansätze von Aufklärungsarbeit über verschärfte Grenzwerte und biologisch abbaubare Kunststoffe bis hin zu Verboten. Die Studie soll als Grundlage und Anstoß dienen, um über Ansätze zur Minimierung der Kunststoffeinträge zu diskutieren und geeignete Maßnahmen zu implementieren.
Plastic inputs in soils are largely irreversible. Due to the high persistence of plastics, the content in soils will further increase. Applying the precautionary principle, plastic emissions should therefore be minimized. However, data on the quantity of plastic inputs in soils is lacking. A new study by Fraunhofer UMSICHT and Ökopol on behalf of NABU estimates the plastic emissions from agriculture and horticulture. Around 13,256 tonnes of plastic are annually released through agricultural and horticultural practices; a further 5,800 tonnes of non-agricultural plastic litter are dispersed by wind. The use of sewage sludge, compost and digestate comprises a large part of total plastic input. Here agriculture suffers from external pollution, for example through inflows of microplastic abrasion into wastewater treatment plants or plastic contaminants in organic waste. Agriculture itself is also responsible for relevant input quantities, in particular through the use of coated fertilisers, pesticides, soil improvers and coated seeds as well as the use of plastic films, silo sheetings, plant supports and plant pots. For each source of emissions there are individual approaches comprising, for instance, educational work, stricter threshold values, biodegradable plastics, and product bans. The study serves as a basis for discussions on strategies to minimize plastic inputs in soils and to implement suitable measures.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1863-9763.2021.09.04 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1863-9763 |
| Ausgabe / Jahr: | 9 / 2021 |
| Veröffentlicht: | 2021-09-08 |
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