Die Frage „was sind Problemabfälle“ kann sehr individuell und wird kaum einheitlich beantwortet werden. Groß Probleme bereitete die Aufnahme des Flammschutzmittels HexaBromCycloDoDecan (HBCD syn. HBCDD) in Polystyrol-Dämmstoffen in die EU-POP-VO (2016) und über die direkte Verbindung der Abfallverzeichnisverordnung die Einstufung als gefährlicher Abfall. Da die meisten Abfallbehandlungs- und Müllverbrennungsanalgen keine Genehmigungen zur Annahme von gefährlichen Abfällen hatten, gab es ein massives Entsorgungsproblem, einhergehend mit explodierenden Kosten. Dies führte zu einer Ausnahmeregelung des Bundesrates (16.12.2016, Moratorium für HBCD bis zum 31.12.2017) und in Folge zur Einführung der POP-Abfall-Überwachung-Verordnung. Diese sieht vor, dass POP-Abfälle bei Überschreitung der Konzentrationsgrenze der EU-POP-VO zwar nicht als gefährlich, aber dennoch als überwachungsbedürftig anzusehen sind. Asbest ist nach wie vor ein Problemstoff (gefährlicher Abfall) vor allem beim Rück- und Umbau von Gebäuden und in Folge beim Recycling von Bauschutt. Das überarbeitete LAGA Merkblatt M23 (2023) definiert diesbezüglich ein neues asbestfrei-Kriterium für die umweltvertragliche Verwertung von Recycling-Baustoffen. Quecksilber (gefährlicher Abfall) hat einen hohen Dampfdruck und Quecksilberdampfe sind hochgiftig. Nach der EU-Quecksilberverordnung dürfen Quecksilberabfälle erst nach Umwandlung in schwerlösliches Quecksilbersulfid in Untertagedeponien und nach zusätzlicher Verfestigung auf Übertagdeponien abgelagert werden. Vergleichbare Regelungen in der EU-Deponierichtlinie und in der Deponieverordnung fehlen jedoch.
The question „what constitutes problem waste?“ is highly subjective and rarely receives a uniform answer. Significant difficulties arose from the inclusion of the flame retardant hexabromocyclododecane (HBCD; syn. HBCDD) – found in polystyrene insulation materials – in the EU POPs Regulation (2016), and, by direct extension via the Waste Catalogue Ordinance, its subsequent classification as hazardous waste. Since most waste treatment and incineration facilities lacked the necessary permits to accept hazardous waste, a massive disposal crisis ensued, accompanied by skyrocketing costs. This situation prompted the Federal Council to issue an exemption (December 16, 2016: a moratorium on HBCD until December 31, 2017), which subsequently led to the introduction of the POPs Waste Monitoring Ordinance. This ordinance stipulates that if POPs waste exceeds the concentration limits set by the EU POPs Regulation, it is to be regarded not as hazardous waste *per se*, but rather as waste requiring special monitoring. Asbestos remains a problematic substance (hazardous waste), particularly during the demolition and renovation of buildings, and consequently during the recycling of construction debris. In this regard, the revised LAGA Guideline M23 (2023) establishes a new „asbestos-free“ criterion for the environmentally sound recovery of recycled construction materials. Mercury (classified as hazardous waste) possesses a high vapor pressure, and mercury vapors are highly toxic. Under the EU Mercury Regulation, mercury waste may be deposited in underground landfills only after being converted into sparingly soluble mercury sulfide; furthermore, if deposited in above-ground landfills, it requires additional solidification. However, comparable provisions are currently lacking in both the EU Landfill Directive and the national Landfill Ordinance.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1863-9763.2026.08.07 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1863-9763 |
| Ausgabe / Jahr: | 8 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-08-07 |
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