Der Bausektor ist einer der ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftsbereiche. Dennoch wird politisch mit Schlagworten wie „Bauturbo“ vor allem der ressourcenintensive Neubau vorangetrieben und Umweltstandards sogar abgebaut. Kreislaufwirtschaft bietet große ökologische Potenziale – durch Bestandserhalt, Wiederverwendung von Bauteilen, Recycling und insgesamt geringerem Ressourceneinsatz – den ökologischen Fußabdruck des Bausektors drastisch zu senken. Ein wesentlicher Hebel liegt bei der öffentlichen Hand, die über ein jährliches Beschaffungsvolumen von rund 500 Mrd. € verfügt und damit Märkte steuern, Standards setzen und zirkuläre Losungen etablieren könnte. Der Artikel zeigt, wie Kreislaufwirtschaft bereits heute rechtssicher in Vergaben verankert werden – und so die ökologische Bauwende vorantreiben kann. Er zeigt anhand der wirksamsten Praxisbeispiele, dass dies schon jetzt funktioniert. Für verlässliche Entscheidungen braucht es klare strukturelle Grundlagen: Begründungspflichten („comply or explain“), ganzheitliche Lebenszyklusanalysen, ökobilanzielle Abrissprüfungen und CO2-Schattenpreise. Sie machen ressourcenschonende Optionen zur rationalen Wahl. Darauf aufbauend wirken konkrete Umsetzungselemente: Pre-Deconstruction Audits und selektiver Rückbau für die Wertstoffgewinnung, der Wiedereinsatz von Bauteilen und Recyclingmaterial sowie verbindliche Zirkularitätskonzepte für Neu- und Umbauten.
The construction sector is one of the most resource-intensive and environmentally damaging industries. Yet current political directions – promoted under slogans such as „Bauturbo“ – continue to accelerate new construction, weaken environmental standards and sideline circular practices, rather than systematically advancing building preservation, renovation, reuse and recycling. Circular economy principles offer substantial ecological potential: by preserving existing buildings, reusing components, enabling high-quality recycling and reducing overall resource consumption, the environmental footprint of the construction sector could be significantly reduced. A key lever lies with the public sector, which controls an annual procurement volume of around € 500 billion and could therefore steer markets, set standards and establish circular solutions. This article demonstrates how circular economy requirements can already be integrated into public procurement in a clear and actionable way – and how this can help steer an ecological shift in the construction sector. Drawing on the most effective practical examples, it shows that implementation is not only possible but already underway in several places.
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1863-9763 |
| Ausgabe / Jahr: | 2 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-02-10 |
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