Die Wiederverwendung tragender Bauteile bietet ein erhebliches Potenzial zur Abfallvermeidung, Ressourcenschonung und Reduktion von Treibhausgasemissionen im Bausektor. In der Praxis scheitert ihre Umsetzung jedoch häufig an fehlenden Daten, unklaren Zuständigkeiten sowie rechtlichen und technischen Unsicherheiten an der Schnittstelle zwischen Bauprodukt- und Abfallrecht. Der Beitrag beleuchtet den Prozess der Bauteilwiederverwendung aus einer umsetzungsorientierten Perspektive entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Bestandsaufnahme über Rückbau, Qualitätssicherung und Genehmigung bis hin zu Logistik und Wiedereinbau. Zentrale Grundlage bildet eine vorgelagerte „Phase 0“ in Form eines Pre-Demolition Audits, das wiederverwendungsfähige Bauteile identifiziert und dokumentiert. Digitale Methoden wie BIM und 3D-Scan unterstützen dabei eine strukturierte Erfassung und schaffen belastbare Entscheidungsgrundlagen. Aufbauend auf der DIN SPEC 91484 und der neuen DIN SPEC 91525 werden standardisierte Verfahren vorgestellt, mit denen Anschlussnutzungspotenziale systematisch bewertet und in bestehende Abbruch- und Entsorgungskonzepte integriert werden können. Ergänzt durch Erfahrungen aus dem europäischen Forschungsprojekt ReCreate zeigt der Beitrag, wie Bauteilwiederverwendung von Pilotprojekten in kommunale und betriebliche Praxis überführt und als Baustein einer zirkulären Bau- und Abfallwirtschaft etabliert werden kann.
The reuse of load-bearing components offers considerable potential for waste prevention, resource conservation and reduction of carbon emissions in the construction sector. In practice, however, its implementation often fails due to a lack of data, unclear responsibilities and legal and technical uncertainties at the interface between construction product and waste legislation. This article examines the process of component reuse from an implementation-oriented perspective along the entire value chain – from inventory, dismantling, quality assurance and approval to logistics and reinstallation. The central basis is an upstream ‚Phase 0‘ in the form of a pre-demolition audit that identifies and documents reusable building components. Digital methods such as BIM and 3D scanning support structured recording and create a reliable basis for decision-making. Building on DIN SPEC 91484 and the new DIN SPEC 91525, standardised procedures are presented with which potential for subsequent use can be systematically evaluated and integrated into existing demolition and disposal concepts. Supplemented by experiences from the European research project ReCreate, the article shows how component reuse can be transferred from pilot projects to municipal and operational practice and established as a building block of circular construction and waste management.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.1863-9763.2026.03.05 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 1863-9763 |
| Ausgabe / Jahr: | 3 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-03-09 |
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